Der 36. Kemptener Jazzfrühling (24.04. – 01.05.2021) kommt dieses Jahr als Streaming-Festival zu Ihnen ins Wohnzimmer.

KINGA GLYK, eine begnadete Bassistin, wird live aus Polen zugeschaltet. BILL FRISELL, Zauberer an der elektrischen Gitarre, aus New York und CAMILLE BERTAULT’S wunderbare Stimme wird aus Paris übertragen. Die anderen Künstler werden vom TheaterInKempten aus in Ihren persönlichen Konzertsaal gezaubert.

© Peter Hoennemann

KINGA GLYK
Sie ist jung, talentiert, und wird in den Medien als Jazz-Wunder gefeiert – Kinga Glyk. Singen kann sie nicht, sagt die junge Polin über sich selbst. Will sie auch nicht. Lieber beherrscht sie ihren Bass, den sie als Zwölfjährige für sich entdeckt hat, wie keine andere ihrer Generation. Dabei ist der Bassist in der Regel männlich, eher zurückgezogen und zupft diskret im Hintergrund. Als Instrument übernimmt der Bass vorzugsweise eine dienende Rolle. Nicht bei Kinga Glyk. Virtuos entwickelt die Polin auf ihrem Lieblingsgerät eine eigene Handschrift, die überrascht und überzeugt. Die gerade einmal Vierundzwanzigjährige gilt als eines der großen Talente im europäischen Jazz. Mit ihrer frischen, unverbrauchten Art und ihrer geballten Power katapultiert diese junge Frau den Jazz in eine neue Umlaufbahn. Auf Facebook, Snapchat und Instagram hält sie Kontakt zu ihren Fans und bringt auch jungen Menschen ihre Lieblingsmusik – Töne jenseits der Musikindustrie-Puscherei – näher.

© Paul Moore

BILL FRISELL FEAT. THOMAS MORGAN & RUDY ROYSTON
Bill Frisell ist ein Zauberer an der elektrischen Gitarre und wurde zu Beginn der achtziger Jahre durch Platten von ECM bekannt. Er war nie ein Schnellspieler, ihm geht es um jeden einzelnen Ton. Jeder erhält eine herausragende Bedeutung, so wie jede Pause eine solche erhält. Kein Gitarrist, der derart unterschiedliche Stimmungen erzeugt, wie er.
Was Bill Frisell besonders auszeichnet, sind seine Fähigkeiten als Kommunikator und Klangmaler. Mit seinen Partnern Thomas Morgan und Rudy Royston besteht eine enge Verzahnung. Jeder reagiert auf jeden und der Schlagzeuger ist gleichberechtigter Melodiker. Überhaupt ist Royston ein feinsinniger Vertreter seiner Spezies und Morgan liefert die inspirierende Basis für die fesselnden, immer wieder variierenden Exkursionen der Mitmusiker. Melodien schwirren umher, werden umgedeutet, zerlegt, wieder zusammengesetzt, verändern die Farbe und kommen zurück zum Ausgangspunkt. Eine Reise um die Welt in 90 Minuten.

© C. Bertault

GREAT YOUNG VOICES OF JAZZ
Camille Bertault: Über 275.000 Aufrufe auf Youtube. Und das bei einer Jazzsängerin. Wahrlich nicht alltäglich. Die junge, umtriebige Französin, hat das geschafft. Jedoch geht es nicht nur um die Zahl, es geht auch darum, womit. Camille nahm sich einen der herausforderndsten Titel der Jazzgeschichte vor: Giant Steps von John Coltrane und sang jede Note dieses Jahrhundert-Solos nach.
Dabei flattert sie so federleicht durch den Song wie eine Schwalbe an einem lauen Sommerabend. Mag man das als lediglich artistische Spielerei abtun, so bewies Camille auf ihrem Album „Pas de Géant“, mit welcher Leidenschaft und Musikalität sie Songs interpretiert. Sie scheint keine stilistischen Grenzen zu kennen. Die Aria aus den Goldberg Variationen von Bach, ein Chanson von Serge Gainsbourg, einen selbst geschriebenen Text über ein Stück von Bill Evans – alles verwandelt Camille Bertault in faszinierenden Jazz.

© Jordana Schramm

Céline Rudolph & Trio: Céline Rudolph bewegt sich zwischen Berlin, São Paulo, Paris und New York. In experimentellem Jazz ebenso wie in brasilianischer Musik, afrikanisch geprägter World Music, eindringlich interpretierten Chansons und urbanen Singer-Songwriter Sounds. Die Sängerin und Komponistin lässt sich zwischen Genres, Sprachen und Städten treiben und landet immer punktgenau i n der Musik.
Geboren in Berlin, aufgewachsen mit der Plattensammlung der französischen Mutter mit Vorliebe für Chanson und der Passion des deutschen Vaters für Jazz und Bossa Nova, komponiert Céline zunächst als Autodidaktin am Klavier und schreibt mit zwölf Jahren erste französische Songs auf der Gitarre.
Rudolph improvisiert mit Bobby McFerrin, lernt beim Djembemeister Famoudou Konaté, reist nach Brasilien und Westafrika, erfindet ihre eigene, ganz persönliche Lautsprache. Sie wird immer wieder auf einen bestimmten Stil festgelegt, um dann mit einer vermeintlichen Kehrtwende zu überraschen. Lassen Sie sich überraschen …

Der Stream des jeweiligen Konzertes wird auf der Startseite https://www.klecks.de/ kurz vor Beginn veröffentlicht.

Der Zugang zum Streaming ist gratis und nicht nur in finanzieller Hinsicht eine große Herausforderung für den Verein. Daher baut der Verein auf Ihre Spende, bitte unterstützen Sie die ehrenamtliche Arbeit.

Termine:
SAMSTAG, 24.04.2021
18.00 Uhr Poly Radiation Stadttheater
20.00 Uhr Kinga Glyk Live aus Polen

SONNTAG, 25.04.2021
18.00 Uhr Morley Stadttheater (AÜW Jazzperlen)
19.00 Uhr Duo Müller St.-Mang-Kirche (Jazzgottesdienst)
20.00 Uhr Jan Luley & Uli Wunner Stadttheater (Bluescafé)

MONTAG, 26.04.2021
18.00 Uhr Dan Popek Stadttheater (Bluescafé)
20.00 Uhr LBT Stadttheater

DIENSTAG, 27.04.2021
18.00 Uhr Le Bang Bang Stadttheater (AÜW Jazzperlen)
20.00 Uhr Great Young Voices – Camille Bertault | Céline Rudolph
Live aus Paris | Stadttheater

MITTWOCH, 28.04.2021
20.00 Uhr Jazzfrühling-Wettbewerb Kempten Stadttheater

DONNERSTAG, 29.04.2021
18.00 Uhr Organ Explosion Stadttheater
20.00 Uhr Jazzbands der Sing- und Musikschule Sing- und Musikschule
20.00 Uhr Little Miss Umpha & The Ragtigers Stadttheater (Bluescafé)

FREITAG, 30.04.2021
jazzNacht
19.00 Uhr Soultrouble Stadttheater
ca. 20.00 Uhr Hackberry Stadttheater
ca. 21.00 Uhr Tom Hauser Stadttheater
ca. 22.00 Uhr King Lui and the Jazzmop Stadttheater
ca. 23.00 Uhr Anton Dirnberger & Daniel Noske Stadttheater

SAMSTAG, 01.05.2021
18.00 Uhr Abi Wallenstein & Henry Heggen Stadttheater (Bluescafé)
20.00 Uhr Bill Frisell Trio Live aus New York 4
22.00 Uhr Knights of Caesar Stadttheater