DAS BESTE, OHNE STECKER – 20 JAHRE JAZZKANTINE

7. März, 20:30 Uhr, Ravensburg, Studio 104 Eventwerk

JAZZKANTINE auf Jubiläums-Tour
“Was ist Jazz?” war 1994 die gescratchte Frage von Joachim-Ernst Berendt im Intro des Debüt-Albums “Jazzkantine”. Eine Antwort haben die Köche aus der Löwenstadt Braunschweig aber auch nach 20 Jahren Forschungsreise nicht gefunden. Weil es wohl auch keine gibt. Das würde auch Stillstand bedeuten. Vielmehr gilt es, in dem Verstehen um die Verwandtschaft von Jazz, Funk und Hip Hop immer wieder neue Klangfarben zu entwickeln. Sich nie selbst zu kopieren. So kommt nie Langeweile auf.

Jazzkantine (Foto: Nina Stiller)

Routine ist tödlich für die musikalische Seele. Vielleicht ist Duke Ellingtons Antwort die Beste: “Jazz ist die Freiheit, viele Formen zu haben”.
1.000 Konzerte später geht nun die Jazzkantine in Zusammenarbeit mit der Karsten Jahnke Konzertdirektion auf große Jubiläums-Tour: “Das Beste aus 20 Jahren – ohne Stecker”. Mit kleinem Besteck, akustisch, ganz nah zum Anfassen. In kleinen Clubs, wo mal alles angefangen hat. “Wir bringen unser Wohnzimmer mit und wollen mit jedem Gast anstoßen, ein Stück Torte gibt’s auch.” freut sich Christian Eitner. Seines Zeichens Chefkoch einer Band, die eigentlich gar keine sein sollte – war doch dasProjekt “Jazzkantine” vor allem der Versuch, Musiker, Rapper, DJs aus unterschiedlichsten Lagern im Studio zu vereinen. Deutsch-HipHop-Pionier Matthias Lanzer (“Rap Nation Records”) hatte die Kontaktezur Rap-Szene, Christian Eitner die zum teutonischen Jazz.
Erst auf Anfrage der Plattenfirma “RCA/BMG” kam es zu einer ersten kleinen Tournee, weitere folgten, weil die bunte Groove-Mischung einfach direkt ins Blut ging. Die Band erspielte sich einen hervorragenden Namen – mehr Abwechslung geht nicht, das hat sie zu einem der meist gebuchten Acts in ihrem Genre gemacht. Gutes Handwerk meets Entertainment, HipHop den Jazz. Auch in den deutschsprachigen Nachbarländern kommt der Sound gut an, bis heute ist die Band regelmäßig zu Gast in den Clubs der Alpenländer Österreich und Schweiz.
Überhaupt haben sich die Echo-Preisträger wohl vor allem durch ihre Vielseitigkeit ausgezeichnet, neben unterschiedlichsten Konzept-Alben von Big-Band-Jazz bis Metal-Cover gab es aber auch viele Theaterarbeiten: als “Tiffanys” in “Fleisch ist meine Gemüse”, als “Tanzzkantine” mit Ballettensemble und dann wieder eine blau-gelbe Fußball Revue zur Braunschweiger “Eintracht”.
Vielleicht sagen aber auch die Gäste viel über die Mentalität dieser außergewöhnlichen Kapelle aus: auf der einen Seite Jazz-Allstars wie Till Brönner, Gunter Hampel, Joo Kraus, Bill Evans, Nils Landgren — – auf der anderen Rapper wie ODB und RZA (Wu-Tang Clan), Smudo, Such a Surge, Aleksey. Aber dann auch wieder Kollegen irgendwo aus der Mitte: Edo Zanki, Selig, Xavier Naidoo, Götz Alsmann, Tom Gaebel.

Immer dabei: eine Prise Selbst-Ironie. Man hat sich nie zu ernst genommen auf der Gratwanderung zwischen “Jazz-Jazz” und eingängigen Radiosingles, so sprach der just mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnete Posaunist “Nils Wogram” beim Soundcheck gerne von den “Popsäuen” – zurück gab´s den Spitznamen “12-Toni”. Aber dennoch ist der gebürtige Braunschweiger gerne mit in den Tourbus gestiegen, ist ja auch mal was anderes, vor 10.000 bei einem Open-Air zu spielen als vor 100 im bestuhlten Jazzklub. “Die Jazzpolizei hatte uns von Anfang an auf dem Kieker, wir haben zur Kontrolle meist unseren Saxofonisten George Bishop (Gott hab ihn selig) geschickt. Der hatte Jazz studiert und sprach schlecht Deutsch, da haben sie uns meist weiterspielen lassen.”
So war es auch nicht verwunderlich, dass die Phono-Akademie den angekündigten Jazz-Award für über 10.000 verkaufte Einheiten des Albums “Heiß und fettig” wieder aberkennen wollte, als die 100.000er Marke erreicht war. Dann kann es ja kein Jazz mehr sein?
Ein weiteres Beispiel für den Spaßfaktor im Kantinenmix ist Rapper Tachi (“Fresh Familee”). Der wohl erste deutsche Kanak-Sprak-Rapper wurde zum unverzichtbaren Teil der Crew, “(Ich mach Dich) Krankenhaus” 1996 zum Wegbereiter für so manches spätere Comedy-Format. Da war viel los, die härteste Jazzband Deutschlands hat ihre Spuren hinterlassen: so manche Metalband unter den Tisch getrunken, in Montreux Phil Collins aus Versehen das Catering weggegessen, Razzia auf dem Weg zum Maceo Parker-Konzert in Klagenfurt, Ärger in St. Gallen mit den Sex Pistols, in Südafrika als Kulturbotschafter mit Rudi Völler und Nelson Mandela, nackt bei VIVA, Rocken gegen rechte Gewalt mit Lindenberg, Session mit Randy Brecker beim JazzBaltica. “Ein versöhnliches Wiedersehen gab es in 2012 in Burghausen, da hatten wir im Übermut wohl 1996 die Garderobe auseinander genommen, irritiert von Security-Typen, die jüngere Gäste vom Tanzen abhielten. Jedenfalls hat sich die nette Künstlerbetreuerin noch gut dran erinnert und wir unsentschuldigt.”
Seit Oktober ist die Jazzkantine wieder auf Tour durch die Clubs – 20 Jahre – 20 Städte – in der gefühlt besten Besetzung mit Christian Eitner (bass), Tom Bennecke (git), Heiner Schmitz (sax), Simon Grey (keyb), Andy Lindner (drums) und Cappuccino (rap/vocals).
Im Gepäck das Beste aus 10 Alben und 20 Jahren Bandgeschichte.

Weitere Infos:
www.jazzkantine.de
Tickets für € 22,00 unter www.reservix.de, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter 0751 / 82-888.
Informationen

Erleben Sie die großartigsten Jazz Abende!

Erleben Sie die großartigsten Jazz Abende!

Wir informieren Sie kostenlos wöchentlich über die besten Live-Acts.

Melden Sie sich jetzt bei unserem Newsletter an!


Sie wurden erfolgreich aufgenommen!

Pin It on Pinterest

Share This